Unsere Philosophie

Ein Gedanke kommt selten fertig zur Welt. Genau dieser Satz beschreibt ziemlich gut, wie wir bei KreativSchmëdd arbeiten. Menschen kommen selten mit einer vollständig ausgearbeiteten Lösung zu uns. Manchmal ist es ein Buch, manchmal eine Idee für eine Marke, ein Druckprodukt, eine Website, eine Software oder etwas, das zunächst noch gar keinen festen Namen hat. Oft gibt es nur eine Vorstellung davon, was am Ende entstehen soll. Für uns beginnt die Arbeit deshalb nicht damit, möglichst schnell ein Angebot daraus zu machen, sondern damit, zu verstehen, worum es eigentlich geht. Was ist bereits vorhanden, was wird tatsächlich gebraucht, was ist sinnvoll, was ist wirtschaftlich vertretbar und gibt es vielleicht einen besseren oder einfacheren Weg, als den, den man zuerst im Kopf hatte?

Offenheit gehört für uns dabei zu den wichtigsten Grundlagen. Wenn etwas teuer ist, sagen wir, warum es teuer ist. Wenn eine günstigere Lösung Nachteile hat, verschweigen wir sie nicht. Wenn eine große Stückzahl zwar den Preis pro Stück senkt, gleichzeitig aber ein unnötiges finanzielles Risiko bedeutet, gehört auch das zur Beratung. Und wenn jemand eine Leistung von uns überhaupt nicht braucht, dann möchten wir sie ihm auch nicht verkaufen. Wir halten wenig von Angeboten, die auf den ersten Blick besonders günstig wirken und deren eigentliche Bedingungen erst später sichtbar werden. Ein guter Preis ist für uns nur dann ein guter Preis, wenn vorher klar ist, was am Ende tatsächlich bezahlt wird, was darin enthalten ist und welche Konsequenzen eine Entscheidung hat.

Diese Haltung gilt für alle Bereiche von KreativSchmëdd. Beim Verlag genauso wie beim Druck, beim Design genauso wie bei einer Website oder einer technischen Entwicklung. Nicht jedes Projekt muss sofort groß gedacht werden. Manchmal ist eine kleine erste Lösung vernünftiger, weil sie Raum lässt, Erfahrungen zu sammeln und später weiterzuentwickeln. In anderen Fällen lohnt es sich, von Anfang an größer zu planen. Wir wollen diese Entscheidung nicht für unsere Kunden treffen, sondern ihnen die Fakten geben, mit denen sie selbst entscheiden können. Dazu gehört für uns auch, dass ein Projekt bei dem Menschen bleibt, dem es gehört. Ein Buch bleibt das Werk seines Autors, eine Marke bleibt die Marke des Unternehmens und eine technische Lösung sollte keinen Kunden künstlich an uns binden, nur weil wir sie entwickelt haben. Natürlich braucht es klare Vereinbarungen, Rechte und Zuständigkeiten, aber wir möchten keine Abhängigkeiten schaffen. Menschen sollen mit uns weiterarbeiten, weil die Zusammenarbeit funktioniert und nicht, weil sie keine andere Wahl haben.

Wir arbeiten deshalb auch nicht nach einem festen Schema. Zwei Kunden können mit einer sehr ähnlichen Frage zu uns kommen und trotzdem zwei unterschiedliche Lösungen bekommen. Ein Buch braucht vielleicht eine kleine Auflage, ein anderes eine größere. Ein Unternehmen braucht möglicherweise eine komplette neue Gestaltung, ein anderes nur eine saubere Überarbeitung dessen, was schon da ist. Eine Software muss nicht zwanzig Funktionen haben, wenn drei genau das Problem lösen. Für uns geht es nicht darum, ein Projekt künstlich größer zu machen, sondern darum, herauszufinden, was wirklich sinnvoll ist. Dazu gehört manchmal auch, einer Idee zu widersprechen. Wenn wir glauben, dass etwas in der geplanten Form nicht funktioniert, dann sagen wir das. Nicht, um eine Idee kleinzumachen, sondern weil Beratung nur dann einen Wert hat, wenn sie ehrlich ist. Und genauso sagen wir, wenn wir etwas nicht wissen oder wenn jemand anderes etwas besser kann.

Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum Verlag, Druck, Design und Entwicklung bei uns nicht als getrennte Welten funktionieren. Ideen halten sich selten an Abteilungen. Aus einem Buch entsteht plötzlich eine Website, aus einem Logo entwickelt sich eine komplette Marke, aus einem Problem im täglichen Ablauf entsteht eine Softwareidee und aus einem Druckprodukt vielleicht ein ganz neues Konzept. Für uns ist das kein Durcheinander, sondern Entwicklung. Wir möchten Projekte nicht in starre Kategorien zwingen, sondern ihnen erlauben, sich dort weiterzuentwickeln, wo es sinnvoll ist. Dabei sollen unsere Kunden, Autoren und Partner jederzeit verstehen können, warum wir etwas empfehlen, was es kostet und welche Alternativen es gibt.

Natürlich sind wir ein Unternehmen und natürlich müssen auch wir Geld verdienen. Aber wir glauben, dass man Geld auf unterschiedliche Arten verdienen kann. Wir möchten nicht davon profitieren, dass jemand eine schlechte Entscheidung trifft, weil ihm entscheidende Informationen fehlen. Wir möchten daran verdienen, dass wir gute Arbeit leisten und Menschen anschließend wieder mit uns arbeiten möchten. Deshalb versprechen wir auch nichts, was niemand seriös versprechen kann. Wir können nicht garantieren, dass jedes Buch ein Bestseller wird, jede Marke erfolgreich wird oder jede Idee am Markt funktioniert. Was wir versprechen können, ist, dass wir ein Projekt ernst nehmen, darüber nachdenken, offen sprechen, sauber kalkulieren und gemeinsam nach einer Lösung suchen, die nachvollziehbar ist. Und wenn etwas nicht funktioniert, gehört auch das zur Ehrlichkeit.

KreativSchmëdd soll deshalb ein Ort sein, an dem aus Gedanken etwas entstehen kann, ohne dass der Mensch hinter diesem Gedanken dabei die Kontrolle verliert. Nicht nach einem Schema, nicht weil man es eben so macht, sondern so, wie es für dieses Projekt richtig ist. 

Ein Gedanke kommt selten fertig zur Welt. Und genau deshalb sollte man ihm die Freiheit lassen, sich zu entwickeln.